Die Heilige Taufe

Taufstein der Martinskirche

"Treten Sie nun mit Ihrem Kind an den Taufstein, damit es die Heilige Taufe empfängt" - so bitten Pfarrer/innen im Gottesdienst die Eltern und Paten, ihr Kind zur Taufhandlung zu bringen. Die Taufe von kleinen Kindern in den ersten Lebensmonaten ist für viele Gemeindeglieder ein vertrauter Vorgang, versteht sich aber nicht von selbst. Am Beginn der Kirche waren die Täuflinge sicher viel häufiger Erwachsene, die aus andern Religionen vom Glauben an Jesus Christus angesprochen und berührt waren.

Beim ersten Pfingsfest waren es nach der Apostelgeschichte (Kap2 V.41) 3000 Menschen auf einmal, die durch die Wirkung des Heiligen Geistes das Evangelium aufgenommen haben und durch die Taufe in das Volk Gottes aufgenommen wurden. Etwas später haben die christlichen Gemeinden jedoch bereits ihre Neugeborenen getauft. Ein Wort Jesu hat sie dazu besonders motiviert: "Lasset die Kindere zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihnen gehört das Reich Gottes." Wenn Jesus die Kinder ins Reich Gottes aufnimmt, dann sollen auch wir als Erwachsene sie nicht aus der Gemeinde ausschließen.

Trotzdem gibt es auch heute einige Kirchen, die die Kindertaufe kritisch sehen oder ablehnen. Wer sich als Erwachsener, als Jugendlicher oder evtl. als Schulkind taufen lässt, sagen sie, der sollte einen persönlichen Glauben an Jesus Christus haben und bekennen. Sie weisen uns als Evangelische und Katholische Kirche darauf hin, dass viele als Säugling Getaufte in ihrem weiteren Leben nicht mehr viel mit dem Glauben anfangen.

Diese Kritik müssen wir uns wohl gefallen lassen und fragen, wie sich das ändern kann. Andererseits kritisieren unsere Kirchen zurecht die freikirchliche Praxis der Wiedertaufe, bei der die Kindertaufe für ungültig erklärt und durch die sog. Glaubenstaufe ersetzt wird. – Dagegen erkennen die meisten Kirchen die Taufe gegenseitig als gültig an, d.h. bei einem evtl. Übertritt wird man nicht "umgetauft", sondern lediglich aufgenommen. -

Eltern und Paten haben für ihr Taufkind eine große Verantwortung: sie versprechen mitzuhelfen, dass ihr Kind als Glied der Gemeinde Jesu Christi erzogen wird. Alle Mütter, Väter und Paten sollten diese große Aufgabe ernst nehmen, z.B. in dem sie mit ihrem Kind regelmäßig den Tauftag feiern (Taufkerze!), beten, Geschichten aus der Kinderbibel vorlesen oder erzählen, offen sind für seine Fragen, Kinder zum Religionsunterricht, zur Kinderkirche oder in eine Jungschar schicken und sich als Erwachsene selber immer wieder Zeit nehmen zum Gottesdienst (Vorbild!).

Bei der Konfirmation soll dieses Hineinwachsen in den Glauben durch den nachgeholten Taufunterricht in das "Ja" zur eigenen Taufe münden.

Auch in unserer Kirche werden immer wieder Erwachsene, Jugendliche oder Schulkinder getauft – sie weisen uns darauf hin, dass Taufe und Glaube zusammengehören. Die Kleinkindtaufe andererseits bringt besonders zum Ausdruck, dass Gott uns seine Liebe ohne unsere Leistung und vor jeder Glaubensentscheidung schenkt und uns als seine Kinder annimmt.

Wenn Sie ein Kind – oder sich selbst – zur Taufe anmelden wollen, wenden Sie sich an das Pfarramt. Bei Kindern sollte mindestens ein Elternteil der Evangelischen Kirche angehören. Kinder vor dem 14.Geburtstag brauchen Taufpaten. Das Patenamt hat neben der familiären Funktion auch eine kirchliche Aufgabe ("als Glied der Gemeinde erziehen"). Deshalb müssen Paten Mitglied einer Kirche sein, mit der die Evang. Kirche zusammenarbeitet. Eine/r von ihnen muss evangelisch sein. Mitglieder anderer Religionen, von Sekten und aus der Kirche Ausgetretene können nicht Pate/in sein.

In unserer Martinskirche feiern wir normalerweise einmal im Monat Taufe im Hauptgottesdienst um 10Uhr.  Bei der Kleinkindertaufe hält normalerweise ein/e Pate/in das Kind, während der/die Pfarrer/in dreimal aus der Taufschale Wasser auf den Kopf des Täuflings schöpft – das übrigens in der Evangelische Kirche nicht vorher besonders geweiht wird –und dazu die Taufformel spricht: "N.N., ich taufe dich auf den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."  

Das Taufkind bekommt als Taufspruch einen Vers aus der Bibel , den die Eltern ausgesucht haben. Die Taufkerze als Symbol für Christus, das Licht der Welt, haben wir aus der Katholischen Taufliturgie als Bereicherung übernommen. – Oft sprechen Eltern oder Paten das anschließende Taufgebet im Wechsel.Manchmal singen wir bei Tauffeiern das Lied 211, das mit der 5.Strophe endet:

"Gott, der du durch die Taufe jetzt

im Glauben einen Anfang setzt:

gib auch den Mut zum nächsten Schritt.

Zeig uns den Weg und geh ihn mit."

 

Taufsonntage 2016:

 11.12.

Taufsonntage 2017 (bis Oktober):

22.1. / 19.2. / 26.3. / 16.4. /21.5. / 11.6. / 9.7. / 17.9. / 29.10.